Tatsächlich enthalten geröstete Kaffeebohnen über 1.000 verschiedene flüchtige Verbindungen, die ihnen ihr charakteristisches Aroma und Geschmacksprofil verleihen. Diese Verbindungen beginnen sich bereits sehr schnell abzubauen, sobald die Bohnen mit Sauerstoff und Feuchtigkeit in Kontakt kommen. Sobald Sauerstoff ins Spiel kommt, setzt er einen Oxidationsprozess in Gang, der jene wertvollen aromatischen Öle abbaut – daher kann Kaffee nach zu langer Lagerung fad schmecken oder sogar nach Pappe riechen. Feuchtigkeit stellt ein weiteres großes Problem dar, da sie die Oxidation beschleunigt und zudem ein Umfeld schafft, in dem Schimmelpilze wachsen können; außerdem verändert sie das Brühverhalten der Bohnen. Eine aktuelle Studie der Specialty Coffee Association zeigt eindrucksvoll, wie rasch dieser Abbau erfolgt: Innerhalb von etwa einem Monat verliert Kaffee, der an normaler Luft gelagert wird, rund 70 % seiner wichtigen Geschmackskomponenten. Und sobald der Feuchtigkeitsgehalt über 6 % steigt, besteht ein erhebliches Risiko für mikrobiologische Probleme. Für Spezialitäten-Kaffeeröster bedeutet eine unzureichende Verpackung, die diese Einflüsse nicht wirksam abblockt, nicht nur eine kürzere Haltbarkeit. Sie beeinträchtigt vielmehr sämtliche Aspekte – von der Tassentasse („cup quality“) bis hin zur Kundenbindung und zum allgemeinen Markenimage.
Die Sperrwirkung wird durch zwei quantifizierbare Kenngrößen definiert:
Zusammen schaffen diese Kenngrößen ein stabiles internes Mikroenvironment, das chemische Degradation verlangsamt, die nutzbare Haltbarkeit verlängert und eine konsistente sensorische Qualität sicherstellt – von der Röstlinie bis zur Zubereitung durch den Verbraucher.
Wenn es darum geht, Kaffee frisch zu halten, gilt Aluminiumfolie nach wie vor als die beste Option, um Sauerstoff und Feuchtigkeit in jenen individuell gestalteten Kaffeetüten abzuschirmen, die wir alle kennen und lieben. Das Metall wirkt praktisch wie eine Barriere und verhindert das Eindringen von rund 99 % sowohl von Sauerstoff als auch von Wasserdampf. Dadurch bleibt der Kaffee etwa ein Jahr lang frisch – ein entscheidender Faktor beim weltweiten Versand von Produkten und beim Bestandsmanagement. Doch es gibt einen Haken: Aufgrund ihrer Steifigkeit wird Aluminiumfolie bei der Handhabung oder beim Transport der Verpackungen leichter beschädigt. Zudem ist sie außen vollständig lichtundurchlässig, sodass niemand ohne Öffnung der Tüte erkennen kann, was sich darin befindet. Auch die Dicke spielt hier eine entscheidende Rolle: Folien mit einer Dicke unter 7 Mikrometer neigen dazu, mikroskopisch kleine Löcher zu bilden, durch die deutlich mehr Sauerstoff eindringt – gelegentlich sogar bis zum Dreifachen der üblichen Sauerstoffdurchtrittsrate. Eine Dicke zwischen 9 und 12 Mikrometer hingegen liefert insgesamt die besten Ergebnisse. Diese dickere Folie ist widerstandsfähiger bei der Handhabung und behält ihre schützenden Eigenschaften bei, obwohl sie etwa 15 bis 20 % teurer ist als die dünneren Varianten.
Bei der Entscheidung zwischen PET/AL/LDPE- und PET/AL/PE-Laminaten müssen Hersteller über einfache Sperrwerte hinausgehen und berücksichtigen, wie diese Materialien sich unter realen Bedingungen tatsächlich verhalten. Beide Optionen sperren Sauerstoff sehr gut (weniger als einen halben Kubikzentimeter pro Quadratmeter pro Tag), doch entscheidend ist vielmehr ihr Verhalten bei Versiegelungsvorgängen. LDPE zeichnet sich dadurch aus, dass es beim Schmelzen besser fließt und über einen breiteren Temperaturbereich hinweg stabilere Versiegelungen erzeugt. Selbst wenn die Maschine während schneller Abfüllprozesse etwas heißer oder kälter wird, bewahrt LDPE seine Dichtintegrität – im Gegensatz zu herkömmlichen PE-Mischungen, die hier häufig versagen. Tests zeigen, dass generisches PE bei Temperaturschwankungen etwa 23 % mehr Versiegelungsfehler aufweist. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Langzeitbeständigkeit von LDPE gegenüber Kaffeeölen. Seine einzigartige Kristallstruktur macht es weniger anfällig für Delamination, also das Ablösen von Schichten, während die Produkte im Regal altern. Ein weiterer Aspekt, der beachtet werden sollte, ist die Flexibilität. Laminatfolien mit einem höheren PE-Anteil neigen zu größerer Steifigkeit, was das Falten in kompakte Formen – wie sie für Einzelhandelsdisplays erforderlich sind – erschwert. LDPE-basierte Folien bleiben dagegen flexibel und bieten dennoch zuverlässigen Schutz vor Kontaminanten.
Entgasungsventile allein funktionieren nicht besonders gut. Ihre Wirksamkeit hängt vollständig von der Qualität des Folienmaterials ab, mit dem sie verbunden sind. Kombiniert man diese Ventile mit Hochbarriere-Laminaten, die Standards von etwa 0,5 cm³ pro Quadratmeter pro Tag für den Sauerstoffdurchlass und etwa 0,3 Gramm pro Quadratmeter pro Tag für die Wasserdampfdurchlässigkeit erfüllen, erhält man plötzlich etwas Brauchbares. Die Ventile ermöglichen es dann, dass Kohlendioxid aus frisch gerösteten Kaffeebohnen entweichen kann, ohne dass Außenluft eindringt. Laut einigen Studien des Coffee Science Collective können diese Ventilsysteme, wenn alles optimal zusammenwirkt, die Frische des Kaffees ungefähr dreimal so lange erhalten wie herkömmliche Beutel ohne Ventil. Allerdings bricht das gesamte System zusammen, sobald die Folie um das Ventil herum versagt. Deshalb ist es sinnvoll, laminierte Trägermaterialien für die Ventile zu verwenden und eine vollflächige Heißsiegelung anstelle kostengünstigerer Lösungen wie selbstklebender Rückseite oder Nähte einzusetzen. Dieser Ansatz gewährleistet die Integrität der Barriere über die gesamte Verpackung hinweg.
Wenn es um wiederverschließbare Funktionen geht, müssen diese wirklich von Anfang an in das Design integriert werden – und dürfen nicht lediglich als nachträglicher Zusatz hinzugefügt werden, wenn wir die Barriereintegrität erhalten wollen. Druckdicht verschließbare Reißverschlüsse mit kontinuierlichen inneren Folienfutterungen leisten hervorragende Arbeit beim Ausschluss von Feuchtigkeit und halten in der Regel Schutzniveaus von etwa 0,3 Gramm pro Quadratmeter pro Tag oder besser auf. Umgekehrt neigen klebstoffbasierte Verschlüsse im Laufe der Zeit dazu, sich zu lösen, was die gesamte Leistungsfähigkeit der Verpackung langfristig beeinträchtigen kann. Mattes Kraftpapier wirkt ansprechend und hilft Produkten, sich im Regal von der Konkurrenz abzuheben; diese Oberflächen benötigen jedoch spezielle Metall- oder Keramikbeschichtungen, um die Sauerstoffdurchlässigkeitsanforderungen zu erfüllen (typischerweise unter 0,5 cm³ pro Quadratmeter pro Tag). Gewöhnliches, unbeschichtetes Kraftpapier bietet dagegen praktisch keinen Schutz. Praxistests zeigen, dass Verpackungen mit vollflächigen Heißsiegeln in Kombination mit ordnungsgemäß integrierten Ventilen bei über 100 Öffnungen etwa 40 Prozent länger halten als solche Faltenbeutel mit Nähten oder mangelhaften Siegeln. Kurz gesagt: Ästhetisch ansprechende Verpackungen müssen nicht auf Funktionalität verzichten – vorausgesetzt, die Hersteller verstehen die verwendeten Materialien wirklich und halten sich strikt an die richtigen Fertigungsprozesse.
Warum sind Sperr-Eigenschaften für maßgeschneiderte Kaffeebeutel wichtig?
Sie tragen dazu bei, die Frische und den Geschmack des Kaffees zu schützen, indem sie das Eindringen von Sauerstoff und Feuchtigkeit verhindern, was sonst zu Oxidation und Verlust von Geschmacksstoffen führen könnte.
Wofür stehen OTR und WVTR?
OTR steht für Sauerstoffdurchlässigkeitsrate (Oxygen Transmission Rate) und WVTR für Wasserdampfdurchlässigkeitsrate (Water Vapor Transmission Rate). Diese Kenngrößen messen die Durchtrittsgeschwindigkeit von Sauerstoff bzw. Feuchtigkeit durch Verpackungsmaterialien.
Warum wird Aluminiumfolie bei der Kaffeeverpackung bevorzugt?
Aluminiumfolie bietet hervorragende Sperr-Eigenschaften und blockiert nahezu 99 % von Sauerstoff und Feuchtigkeit, wodurch die Haltbarkeit von Kaffee deutlich verlängert wird.
Welche Funktion haben Entgasungsventile in Kaffeebeuteln?
Entgasungsventile ermöglichen das Austreten von Gasen aus verpackten Kaffeebohnen, verhindern jedoch gleichzeitig das Eindringen von Sauerstoff und bewahren so die Frische des Kaffees über einen längeren Zeitraum.